Warum ich Scala benutze

Ich lerne Scala weil:

Ich arbeite hauptsächlich als Tester und habe in der Regel mit Testautomatisierung zu tun. Das kann, aber muss nicht vollautomatische Testdurchführung heißen. Zumindest muss die Testumgebung bereitgestellt und es müssen Testergebnisse gesichert werden. Und weil an der ganzen Automatisierung immer irgendetwas repariert werden muss oder erweitert werden kann bin ich „nebenher“ auch Entwickler und Experte in der Fehlersuche mit viel Erfahrung in bizarren *) Software-Ökosystemen.

Das müsste nicht sein, wenn der Test diesselbe Entwicklungsumgebung wie die Entwicklung verwenden könnte. Denn die Entwickler haben i.d.R. eine saubere Umgebung mit einer häufig verwendeten Hochsprache wie Java oder C#. Nur die Tester müssen mit den Dinosauriern aus der EDV-Steinzeit klarkommen, oft auch, weil sie keine Kenntnisse in Java oder C# haben. Und die Kenntnis haben sie nicht, weil die Einstiegshürden in Hochsprachen so hoch sind. Als Tester muss man mal eben ein SQL-Script zusammenhacken können. [Das ist mit C# oder Java nicht so schnell getan. – siehe Edit01]

Ich hatte versucht – um die Tester davon abzubringen ihr Ökosystem im Jahre 2008 mit DOS-Batchdateien zu bauen – Perl5 einzuführen. Ergebnis: Sowohl Entwickler (können nur C# und Java) als auch Tester (können nur DOS, SQL und vielleicht noch Javascript) haben Perl5 abgelehnt. Und 2010 verwenden wir Tester immer noch DOS.

Wenn ich wenigstens von der Entwicklung Hilfe bekäme. Dann könnte ich eine Neben SQL, Javascript und was weiß ich noch allem.

Ich hoffe, dass sich Scala sowohl als Script- als auch als Hochsprache etabliert. Dann brauche ich nur noch eine Sprache zu lernen, ich kann die Entwickler bitten, mir mit meinem Testsystem zu helfen und ich kann den Entwickler stupide, einfache Arbeiten abnehmen.

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Edit01 Ich schrieb: „Das ist mit C# oder Java nicht so schnell getan.“ – Warum? Als Tester muß ich testen. Ich habe schlicht keine Zeit, um mich in eine Hochsprache wie Java oder C# (samt IDE) einzuarbeiten. Und selbst wenn ich einmal die Zeit hätte: Die meiste Zeit teste ich, dadurch habe ich wiederum keine Zeit, dass erworbene Wissen anzuwenden. Daher wird es für einen Tester nicht möglich sein, sich seine Tools in eines Hochsprache zu schreiben. Aber ein einfaches Skript mit einem Text-Editor schreiben, das geht!

Zumal Scala ja auch eine Shell hat, mit der man Codestückchen schnell ausprobieren kann.

.NET – Projekte könnten übrigens Powershell einführen. Damit lässt sich die ganze Kraft von .NET aus einer Shell / Skriptsprache heraus nutzen. Ich bevorzuge trotzdem Scala, weil ich damit nicht auf Windows festgelegt bin – ich glaube nämlich nicht, dass solche eine Festlegung eine gute Idee ist…

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*) Bizarr ist für mich beispielsweise wenn der reguläre Ausdruck für „anything“, d.h. das Äquivalent zu „.*“, auf einen leeren String, also „“, angewandt „falsch“ ergibt. Und das ist nur eine von 7 oder 8 Dingen, die in einem bestimmten Software-Ökosystem komplett anders als sonst auf der Welt sind. Wobei „komplett anders“ heißt: Mach es so, wie Du es gewöhnlich getan wird und Du schießt Dir ins Knie. Und dann bekommst Du eine Fehlermeldung, die dich komplett in die Irre führt. Wie – Du findest das nicht schlimm? Stell Dir vor, Du vergleichst in einen if eine globale Variable mit irgendwas und der Vergleich ergibt immer false – bis Du den Wert der globalen Variable in eine lokale Variable schreibst und das if mit genau demselben Wert true ergibt.

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