Wie kriege ich das Scala-PlugIn in Netbeans zum Laufen?

Es war entmutigend: Ich habe alles gemacht, wie es die Anleitung vorschreibt:

– Scala + Netbeans installiert (schön aus den offiziellen Ubuntu – Paketquellen)

– die Schritte in http://wiki.netbeans.org/Scala befolgt (wobei mir das Installationsverzeichnis von Scala (/usr/bin für das binary bzw. /usr/share/java für die jar-Datei) komisch vorkamen, weil es dort keinen Unterordner /bin gibt)

Ich wußte, dass ich nicht wie vorgeschrieben Scala 2.8.0 sondern 2.7.7 installiert hatte, hielt das aber nicht für schlimm

Jedenfalls kam beim Ausführen von Scla-JUnit-Tests immer die Fehlermeldung

Could not load definitions from resource scala/tools/ant/antlib.xml. It could not be found.

init:

deps-jar:

/home/…/NetBeansProjects/ScalaLibrary2/nbproject/build-impl.xml:403: The following error occurred while executing this line:

/home/…/NetBeansProjects/ScalaLibrary2/nbproject/build-impl.xml:236: Problem: failed to create task or type scalac

Cause: The name is undefined.

Action: Check the spelling.

Action: Check that any custom tasks/types have been declared.

Action: Check that any / declarations have taken place.
ERSTELLEN FEHLGESCHLAGEN (Gesamtzeit: 0 Minuten 0 Sekunden)

Um es kurz zu machen: Wenn man sich von http://www.scala-lang.org/downloads das Scala-Päckchen für Linux herunterlädt und entpackt sieht man sofort viel mehr Dateien als in den o.g. Pfaden, u.a. einen Ordner namens „/bin“. Daraufhin habe ich mir auch Netbeans für Java SE (die einfachste Variante von Netbeans) als systemunabhängiges Paket (netbeans-6.9.1-201008030030-ml-javase.zip) und das Scala-PlugIn für Netbeans nb-scala-6.9v1.1.0 herunter geladen und alle drei Pakete entpackt.

Ich habe dann Netbeans 6.9.1 und Scala 2.8.0 in einen Ordner unter /home/ verschoben und Eigentümer/Gruppe/Rechte geändert + kontrolliert (-> Sicherheithinweis am Ende des Blogs!), die Variable $SCALA_HOME auf den Ordner mit Scala gelegt sowie $PATH um $SCALA_HOME/bin erweitert. Dazu bekam die Datei /etc/profile folgenden zusätzlichen Text am Ende angefügt:

SCALA_HOME=/home//scala-2.8.0.final
export SCALA_HOME
PATH=$PATH:$SCALA_HOME/bin
export PATH

Danach muß man sich ab- und anmelden, damit die neuen Variablen funktionieren. Jetzt wird Netbeans gestartet: /home//netbeans/bin/netbeans
Bei mir meldete sich wine mit einer Fehlermeldung, aber das machte nichts.

Das Scala-PlugIn für Netbeans nb-scala-6.9v1.1.0 wurde wie in der Installationsanleitung des Plug-Ins beschrieben installiert. Nun funktioniert alles! Wenn ich aus der shell „scala“ aufrufe, kommt das über das Paketsystem installierte Scala 2.7.7. Für die Beispiele aus „Programming in Scala“ (ohne dieses Buch findet man meiner Meinung nach nur schwer Zugang zu Scala) reicht das.

Diskussion der Installationsmethode für Linux-Anfänger:
Eine der besten Dinge an Linux sind die „offiziellen Paketquellen“. In Linux ist es Prinzip, das alle verfügbare Software, wo immer die Lizenz es zulässt, vom Hersteller der Distribution an einem Platz im Web zur Verfügung gestellt wird. Das sind die „offiziellen Paketquellen“. Will man eine Software installieren, ruft man ein Programm (z.B. Ubuntus Software-Center) auf, sucht sich seine Software aus und und installiert sie mittels dieses Programms (dahinter steht das sog. Paketsystem). Dieses Programm merkt sich auch gleich wo was installiert ist und kümmert sich fürsorglich um die updates! Das funktioniert sogar für den innersten Kern des Betriebssytems.

Normalerweise sollte man Software nur mit Hilfe des Paketsystems und nur aus „offiziellen Paketquellen“ instllieren, aber man kann auch Ausnahmen zulassen. Eine meiner Meinung nach sehr sinnvolle Ausnahme sind Entwicklungsumgebungen. Wenn man einen zweiten Perl-Interpreter mit den zugehörigen Perl-Modulen (z.B. von Active State) installiert, hat das den Vorteil, das man die neuesten Versiondes Interpreters oder der Module einspielen kann, ohne das Betriebssystem (das seinen eigenen Perl-Interpreter mit eigenen Modulen hat) zu beeinflussen. (Die Softwarestände innerhalb der Distribution sind sorgfältig aufeinander abgestimmt. Je länger eine Version in Gebrauch ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, das neue(!) Bugs auftauchen. Deshalb dauert es meistens etwas bis eine neue Version in die offiziellen Paketquellen gelangt). Sonst kann es passieren, dass man das Betriebssytem durch Basteleien an der Entwicklungsumgebung beeinträchtigt.

Mann kann Software sogar in das eigene Homerverzeichnis installieren (dann aber unbedingt auf Rechte und Eigentümer achten!!!), dann kann jeder Benutzer seinen eigenen Softwarestand haben. (Als Anfänger sollten Sie vielleicht lieber /opt/ benutzen.)

Wenn man die Software in das Homeverzeichnis installiert, dann aber dafür sorgen, dass der Eigentümer der Benutzer „root“ und die Gruppe „root“ sind! Es gibt bereits malware, die Entwicklungsumgebungen infiziert um sich mit den dort entwickelten Programmen zu verbreiten! /opt/ erscheint mir sicherer, aber /home/ ist bequemer. lasse mir Eigentümer und Rechte zur Sicherheit noch einmal anzeigen.

Veröffentlicht in Linux, Netbeans, Scala, Tools. Kommentare deaktiviert für Wie kriege ich das Scala-PlugIn in Netbeans zum Laufen?
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